Wir wollen, dass Sie erfolgreich sind. Auf dieser Seite stellen wir nützliche Tipps zur Verfügung aus dem Bereich Cold Chain Management. Es handelt sich dabei um Erfahrungen aus Sicht des Versenders sowie um Ergebnisse aus unserem Anwendungsbereich. Tipps stellen wir in unregelmäßigen Abständen zur Verfügung.

Author: Peter Kralinger

 

#1 Produktvorbereitung für den Transport

Transport beginnt im Lager des Versenders. Die Annahme ist, dass die Verpackung bei 22°C Raumtemperatur stattfindet und der Kühlraum auf 4°C temperiert ist. Transporttemperatur-Abweichungen können verursacht werden, bevor der Transport beginnt. Transportverpackungen und auch Kühl-LKWs sind häufig nur so ausgelegt, dass sie die Temperatur halten können, nicht aber korrekt anpassen.

Versandkartons haben sehr beschränkte Isolierkapazität, was bedeutet, dass jene Produkte, die sich nahe der Außenseite befinden die Umgebungstemperatur rasch annehmen. An dieser Stelle müssen Datenlogger zur Aufzeichnung der Produkttemperatur positioniert werden um den ungünstigsten Fall zu dokumentieren.

Andererseits reagieren Produkte in der Mitte eines Versandkartons mit Verzögerung, da die einzelnen aneinander liegenden Produktschachteln einen Luft- und Temperaturaustausch verzögern. Man kann davon ausgehen, dass es bis zu 24 Stunden dauert, bis der Temperaturgradient in einem Versandkarton mit den Maßen 60x40x40cm gegen null geht. Die Parameter sind zB. Verpackungsmaterial, Beipackzettel, Blister, Wärmespeicherkapazität, Füllvolumen, Anzahl und Größe der Schachteln, etc.

Sind Schachteln auf einer Palette gestapelt, so ist die Dauer, bis die Temperatur in der Mitte der Palette jener der Oberflächentemperatur entspricht noch wesentlich größer. Dies kann bis zu sechs Tagen dauern.

Die Schlussfolgerungen lauten

  1. Unter Berücksichtigung der oben erwähnten Parameter muss für jedes Produkt eine Mindesteinlagerzeit im Kühlraum definiert werden um Transporttemperatur-Abweichungen zu verhindern
  2. Aus Gründen der Anwendbarkeit der entsprechenden SOP sollte man für die Definition der Mindesteinlagerzeit die Abkühlphase des ungünsten Falles heranziehen 
  3. Temperaturaufzeichnungsgeräte müssen für den Transport in den Eckpunkten der Verpackungssysteme positioniert werden um den ungünstigsten Fall zu messen